saß er mir gegenüber, der Mann, den wohl die wenigsten in Barßel mit seinem richtigen Namen kennen: Frank Wohlbrecht, geboren am 29.11.61 mitten im Pott, nämlich in Bochum. An diesem Tag standen die „weißen Rosen aus Athen“ gesungen von Nana Mouskouri an Nr. 1 der deutschen Single Charts. Er kam 2001 mit seinen Eltern nach Barßel, verliebte sich sofort in die Menschen und die Umgebung und fühlt sich auch beim STV sauwohl.

Seine sportlichen Ambitionen lebte er zunächst in Strücklingen 2 Jahre aus, spielte in der Altliga und wurde vom Barßeler Bernd Bloch mit den Worten angesprochen: „Du spielst im falschen Trikot!“ Verheiratet ist der Mann im blauen Trainingsanzug seit 6 Jahren mit Doro, die in einem Büro in Papenburg bei Bernd Cordes arbeitet. Beim Neubau des Clubhauses war er hilfreich zur Seite und da hat er auch seinen Namen „wech“! Das erste was er benötigte war eine „Flitsche“, die er auch als erstes besorgte. Von nun an war er für Jens Schröder der Flitsche und ward seinen Namen nicht mehr los. Auch heute noch kommt es vor, dass er mit „Herr Flitsche“ angesprochen wird. Er hat es nach eigenen Worten aufgegeben, seinen richtigen Namen – Frank Wohlbrecht – hinterher zu schieben. „Unter diesem Namen kennt mich hier in Barßel kaum einer. Sei’s drum. Dass er ein typisches Ruhrpott-Original geblieben ist, kommt im Gespräch immer wieder durch.

„Ich liebe den Fußball, ich liebe das Spiel. Wenn ich in einer Mannschaft spiele oder gespielt habe, will ich nicht auf der Bank sitzen. Ich kann es nicht ab, wenn ich vor lauter Training, die Freude am Fußballspielen verliere. Für mich war als Spieler nie das Geld wichtig, sondern dass ich spiele und auch Spaß daran habe.“

Gelernt hat er im Pott Berg- und Maschinenmann. Er war sehr früh schon unter Tage und musste in jungen Jahren in der Nachtschicht Maschinen bedienen. Zwei Jahre hat seiner Ausbildung gedauert – ein Indiz für seine Grundeinstellung zum Beruf und zum Leben. Beim SV Gerthe ist er groß geworden und mit 14 Jahren klopften sie schon bei seinen Eltern an, die Verantwortlichen des VfL Bochum. „Mich hat das Geld nicht gereizt – ich wollte Fußball spielen!“ Er kam mit 14 zum bezahlten Fußball und hat in der B-Jugend beim VfL Sölde in der höchsten deutschen Spielklasse u.a. gegen Spieler wie Wolfram Wuttke, Michael Opitz, Michael Zorc und Ralf Loose gespielt. Als Ulrich Bittorf bei Flitsche zu einem dritten Gespräch im Namen des VfL Bochum auftauchte, entschied sich dieser für Dortmund Sölde. Mit 18 Jahren spielte er in der Landesliga für Schwerin (Castrop-Rauxel). Die Bundeswehr holte ihn dann 18 Monate nach Schleswig an der Schlei zum Schwimmbrücken-Bataillon. Danach ging es zurück zum SV Gerthe in die Bezirksliga. Dann kam es zu etwas typisch FLITSCHIGEM. Bei einem Schrebergartenfest (heute heißt das neudeutsch: Ab ins Beet!) hat sein Freund und Klassenlehrer bei Azzuri Gerthe angeheuert. Ohne lange nachzudenken sagte Flitsche:“Da gehe ich mit!“ Keiner glaubte ihm, bis er seinen Spielerpass bei den Italienern unterschrieb. Ohne einen Pfennig spielte er 13 Jahre bei den Azzuris. Danach zog er nach Barßel, den Rest kennen wir bereits.

Sein Lebensmotto nehme ich ihm sofort ab: Offenheit, Ehrlichkeit, Durchsetzungsfähigkeit, Vertrauen und ein bisschen frech sein – eben so, wie ein Bergmann handeln muss, wenn es unter Tage zum Teil um Leben und Tod geht. Das er, der Trainer der Zweiten Mannschaft, zurzeit mit seinem Team mit 11 Punkten und ohne Niederlage den zweiten Platz in der 2. Kreisklasse Staffel II hält, bewertet er außerordentlich positiv. „Dass wir zum Teil dreimal pro Woche trainieren können, macht sich sehr positiv bemerkbar.“ Und dass es eine dritte Mannschaft gibt, ist für ihn einfach nur toll.

Ich frage ihn nach negativen Erscheinungen beim STV. „Da sind der Vorstand und andere Menschen verantwortlich“ antwortet der Schalke Fan.

Ach ja, einen hab ich noch…

Giovanni Trappatoni:

„Es gibt nur einen Ball. Wenn der Gegner ihn hat, muß man sich fragen: Warum!?“

„Morgens Kaffee und abends Bier“ antwortet er auf die Frage nach seinem Lieblingsgetränk. Mit seinem Team peilt er mindestens einen 5. Platz in der Abschlusstabelle an. „Ich muss zum Training, sagt er 3 Minuten vor sieben.“

Selten hat mich eine so klare Aussage überzeugt. Das wird er schaffen, denke ich und sehe Flitsche, pardon Frank Wohlbrecht, mit nem Ball unterm Arm verschwinden. Er wird es richten. Wenn nicht er, wer sonst?“

Uwe Gettkandt

noch einen…

Si Si Flitsche

   

Die Trainer
2. Herren:

Steffen Fredewess

Tel.: 0 16 2 19 10 49 1

Christopher Meisterfeld

Tel.: 0 1 60 4 47 91 91

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