so ließen unsere Kicker vom STV Barßel die Saison 2015/16 ausklingen.

Aber der Reihe nach:

In Höltinghausen stand es nach nicht mal 15 Minuten 3:0 für den Gastgeber, bis sich unsere Jungs eines besseren besannen und nach der Halbzeit ein anderes Gesicht zeigten. Trainer Jakob Bertram schloss während der Halbzeitpause die Kabinentür ab, beließ die Mannschaft auf dem Platz und die Reaktion des Teams war dementsprechend. Dennis Behrens in der 48., Nils Büscherhoff in der 88. und Sven Boldt in der 92. Minute machten ein nicht mehr für möglich gehaltenes Unentschieden perfekt.

Der erste Vorsitzende Heinz-Bernhard Bürmann mimte nach dem Spiel den Barkeeper und betreute unsere Jungs im Clubhaus des STV. Nach einem leckeren Grillen und ein paar Bierchen für die Mannschaft, hatte ich Gelegenheit, mit zwei aktuellen und einem kommenden Spieler zu plaudern.

Einer der NEUEN in der kommenden Saison ist Tobias Benner.

  • Tobias Benner

Nach den Verpflichtungen von Lucas Dettenbach und dem erfahrenen Sebastian Schlumberger als spielenden Co-Trainer hat der STV Barßel einen weiteren vielversprechenden Spieler ins Jahnstadion gelotst.

Ab Sommer wird der Defensivspieler Tobias Benner für den STV auflaufen.

Er ist 23 Jahre alt, geboren in Frankfurt am Main und wohnt in Oldenburg.

In der Jugend spielte er unter anderem für den Hamburger SV. Später im Männerbereich war er auch für den Heider SV (Schleswig-Holstein) aktiv. 2014 bis 2015 besaß er ein Stipendium in Dallas und nahm mit seiner College-Mannschaft am Finale der National College Championship teil. Vor 15.000 Zuschauern verletzte sich Tobias so schwer am Meniskus, dass er in puncto Leistungssport leider keine Chance mehr hatte.

Der Wechsel des sympathischen Verteidigers zu uns war mehr ein Zufallsprodukt.

Ein Fan des STV bekam bei famila in Wechloy ein Gespräch über Fußball mit, gab Tobias die Telefonnummer von Jakob Bertram und schon war der Drops gelutscht.

Er beschreibt seine neue Mannschaft als sympathische Truppe. Er, der Älteste unter sieben Geschwistern (er hat noch jeweils drei Brüder und Schwestern), fühlt sich nach einigen Trainingseinheiten schon sehr wohl in Barßel.

Sein Vater ist Dipl.Wirtschaftsingenieur, seine Mutter Speditionskauffrau und er denkt daran, noch eine weitere Ausbildung dranzuhängen. Sein Ziel ist klar definiert. 2016/17 Meister mit dem STV werden! Seine Freundin Antonia zieht dabei voll mit. Die Werbekauffrau aus Oldenburg kocht hervorragend - gestern gab's Rinderhüftsteak mit selbstgemachten Klößen. Wie Tobias sagt, ein Traum. Er, der gerne Biographien liest, regt sich am meisten über Niederlagen auf.

Wir, vom STV Barssel, wünschen uns für ihn von Herzen, dass er in der kommenden Saison so gut wie keine Aufreger erleben muss. Getreu seinem Lebensmotto:

Hinfallen ist keine Schande. Liegenbleiben ist eine Schande.

Anschließend lief mir Sven Boldt übern Weg.

„Gratulation zum ersten Saisontor in Höltinghausen“ rief ich ihm entgegen.

Er ist im 2. Jahr beim STV, kam vom SC Kampe/Kamperfehn und trägt als Mittelstürmer die 16. Für ihn persönlich war die abgelaufene Saison nicht gerade zufriedenstellend. Am Anfang der letzten Saison war er beruflich stark gefordert, war von August bis Weihnachten für seine Firma Focke ständig auf Montage – da leidet die Trainingsarbeit und körperliche Fitness. Er mag das Umfeld in Barßel. Vor allem den eingeschworenen Haufen „Mannschaft“, die Zuschauer, vor allem die ULTRA’s, und die Offiziellen des Clubs.

Er macht bei Focke Industriemontage, ist als Servicetechniker unterwegs und wird demnächst die Techniker-Schule in Emden besuchen. Sven ist am 29.10.87 geboren, an jenem Tag- die Älteren werden sich erinnern- als Telly Savalas alias Kojak vor Millionen von Fernsehzuschauern den Tresor des 1912 gesunkenen Luxusliners “Titanic” öffnete.

  • von links: Sven Boldt und Dennis Behrens

Sven ist sehr zuversichtlich, ab der kommenden Saison mehr Energie für die Mannschaft aufbringen zu können, da Montagen künftig überwiegend wegfallen werden. Mit dem Saisonergebnis ist Sven Boldt zufrieden, die Mannschaft habe mit dem relativ dünnen Kader eine ordentliche Spielzeit 2015/16 abgeliefert. „Wir wollen angreifen und unsere Leistung im 2. Jahr Bezirksliga bestätigen“. Dass dies nicht so ganz einfach wird, steht nicht nur für ihn außer Zweifel.

Last but not least hatte ich mit Dennis Behrens das Vergnügen.

Als Silvester Stallone am 6.7.83 genau 37 Jahre alt wurde, kam Dennis auf die Welt.

Der 1.88m große und 93 kg schwere Stürmer des STV wechselte vom SSV Jeddeloh nach Barßel und wurde von der Mannschaft und vom Umfeld überragend aufgenommen. Er war sehr positiv angetan, wie locker und entspannt es beim STV „abgeht“. „Als Aufsteiger Fünfter, das ist aller Ehren wert“, sagt er schmunzelnd und fügt hinzu, „nicht auszudenken, wo wir heute stünden mit weniger Verletzungspech und einem etwas größeren Kader. Vor allem im Pokal wäre was gegangen“.

Der familiäre Typ in festen Händen, der house und electro gern hört, geht gerne Tanzen, am liebsten mit seiner Liebsten und zwar Disco Fox. Sein Gourmet Menu lautet: Gyros Pizza mit Fetakäse oder noch „lieberer“: selbstgemachte Lasagne.

Sein Lebensmotto lautet: Von nix kommt nix – oder noch besser „Ohne Fleiß kein Preis“. Diese Lebensweisheiten gab ihm seine Oma mit auf den Weg.

Er arbeitet hart an seinen Zielen. Privat und beruflich. Und wenn er eine Sache anpackt, dann richtig. Privat und beruflich. Sein neues Haus in Jeddeloh II hat er in 5 Monaten saniert. So gehört eine intensive Vorbereitung auf ein Spiel genauso dazu, wie das anschließende Feiern. Ich nehme es ihm ab. Er würde gut in die Scottish Premier League passen.

Als ich ihn im Jahnstadion 2015 das erste Mal sah, erinnerte er mich an einen Spieler von Inverness CT. In einem Spiel gegen Heart of Midlothians wirbelte das rothaarige Double von Dennis die Hintermannschaft von Hearts wild durcheinander. Geil!

In einem der ersten Kommentare 2015 prophezeite ich, dass wir in Barßel noch viel Spaß am STV haben werden. Ich danke der Mannschaft, dass sie alles getan hat, mich nicht im Regen stehen zu lassen. Auf ein Neues STV!

Uwe Gettkandt

   
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